Restaurierung TS8 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Schad   

Restaurierung TS8


Montag, 08.05.2006 – Gesamtprobe

In einer Gesamtprobe wurde die Mannschaft aufgeteilt: der große Teil baute am neuen Magazin das Gerüst ab, der Rest manövrierte den alten Pumpenanhänger in die Garage des „alten“ Magazins um die darin aufbewahrte TS 8 ans Tageslicht befördern zu können. Nach dem die Maschine neu betankt und die Zündkerzen überprüft und gereinigt worden war, wurde sie trotz langer Standzeit ohne Probleme angeworfen. Wir stellten mit Freude fest, dass das Gerät weitgehend einsatzfähig ist, worauf Karl Gratwohl, als Maschinist der Altersabteilung, den jüngeren Kameraden die Funktion und Kniffe, die es insbesondere beim Starten gibt zu beachten gilt, erklärte. Eine Trockensaugprobe wurde mit minimalem Druckverlust gemeistert.



Als nächstes wurde der allgemeine Zustand der TS in Augenschein genommen. Es stellte sich heraus, dass der Kühlwassertank ein Leck aufwies und gelötet werden muss.
Auch fiel auf, dass an einigen Stellen des Kraftstofftanks der Lack abblätterte. Kurzerhand beschloss die, bereits an der Generalversammlung festgelegte „Restaurierungsgruppe“, sich zu einem Arbeitseinsatz am darauf folgenden Mittwoch zusammenzufinden.

 

Allgemeine Daten zur der TS8:

Hersteller: Klöckner-Humboldt-Deutz AG / Werk Magirus-Feuerwehrgerätebau, Ulm

Typ: P108
Nennleistung: 800 l/min
Förderhöhe: 80 m/man.
Drehzahl: ca. 3000 U/min.
PS: 28 PS
Fabrik-Nr.: 13245

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Mittwoch, 10.05.2006 – Arbeitseinsatz

Restaurateure: Karl Grathwohl, Alexander Paukisch, Thomas Schad, Frank Schreiber, Gotthard Stengele

Nach kurzer Beratung wurde beschlossen, den Kraftstofftank mitsamt Kühlwasser-behälter zu demontieren um die ganze Einheit vom bröckelnden Lack befreien, die Leckstellen abdichten und wieder neu lackieren zu können.
Bei der Demontage stellte sich heraus, dass ein, aufgrund seines Alters, poröser und undichter Gummischlauch für ein weiteres Leck verantwortlich war und ersetzt werden muss.

 

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Des Weiteren muss der Einstellmechanismus des Gases repariert werden. Also wurde auch dieser sorgfältig abmontiert.
Als nächstes widmeten sich vier Kameraden der Tankeinheit, während Frank Schreiber sich das reinigen der Pumpe zur Aufgabe machte.

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Er entdeckte mit entsetzen einen kleinen Riss am Gewinde des Manometers für den Ausgangsdruck. Wir erklärten uns damit den leichten Druckabfall bei der Trockensaugprobe. Der folgende Gedankenaustausch endete mit der Einsicht, dass die Verschließung des Risses ein zu großer Aufwand für die Restaurierung wäre.

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Nach mehreren missglückten versuchen, den Lack zu entfernen, ohne dabei die darunter liegende, verzinkte, Schicht zu verletzen, wurde endlich ein geeignetes Werkzeug gefunden.
Durch vorsichtiges abschleifen konnte ein, von einer früheren Lackierung überdecktes, „Magirus“-Zeichen wieder freigelegt werden.

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Der Abend endete in gemütlicher Runde, wobei die nächsten Schritte diskutiert wurden.

 

Mittwoch 17.05.06

Restaurateure: Karl Grathwohl, Alexander Paukisch, Thomas Schad, Gotthard Stengele

Als erstes wurde mal wieder Besprochen, was an diesem Abend getan werden sollte.

Wir überprüften zunächst mal die Qualität der Kupplungsabdeckungen mitsamt den Kettchen, die Alexander Paukisch das letzte Mal mitgenommen hatte um diese mittels eines Sandstahlgeräts von Lack und Öl zu befreien.

Es war recht schnell klar, dass Karl Grathwohl und Thomas Schad sich nochmals den Lack der Tankeinheit vornehmen werden. Alexander Paukisch und Gotthard Stengele werden sich mit kleinen Borstenpinseln daran machen die Pumpe nochmals bis in die letzten Ecken zu säubern.

Mit Dreikantschabern und kleinen Schraubenziehern bewaffnet, musste nun endlich auch der letzte Rest des alten Lacks dran Glauben. Als größtes Problem stellte sich jedoch das, beim letzten Mal schon zum Teil freigelegte, Magirus-Logo heraus. Es ist anders als wir zuerst angenommen hatten nicht geprägt, sondern eine Art aufgelegte Schablone, die einfach überlackiert wurde. Diese ist uns nun schon zum Teil mit dem Lack abgebröckelt. Deshalb wurde entschieden, diesen Teil des Tanks an einem späteren Termin noch mal in Angriff zu nehmen.

Stattdessen zog die gesamte Gruppe nun an einem Strang und nahm sich vor, den Auspuff zu demontieren, der, aufgrund seines Alters, mittlerweile rostig war. Dazu musste jedoch zuerst der Rahmen, an dem die Pumpe getragen werden kann, entfernt werden, da ansonsten der Auspuff nicht ausgefahren werden konnte. Gesagt getan. Die Arbeit hat sich gelohnt, da jetzt auch Teile gesäubert werden konnten, die sonst niemals erreicht worden wären. Noch ein paar zusätzliche Handgriffe und wir halten das gute Stück in unseren Händen.


Zu guter letzt konnte auch noch eine kleine Lampe aufgefunden werden, die einst die Armaturen beleuchtete. Nach ausgiebigen „erkunden“ des Lichtspenders musste jedoch festgestellt werden, dass ein Befestigungsblech fehlte und ersetzt werden muss. Zudem muss die Laterne von Grund auf von Rost befreit und neu Lackiert werden um wieder dem Auslieferungszustand zu entsprechen.

Da die Zeit mittlerweile schon sehr fortgeschritten war, wurde der Feierabend eingeläutet und in gemütlicher Runde besprochen, was noch weiters an unserem Restaurierungsobjekt getan werden muss.

 

 

Mittwoch 24.05.06

Restaurateure: Karl Grathwohl, Alexander Paukisch, Thomas Schad

Nach der üblichen kurzen Besprechung zu Beginn versuchten Alexander Paukisch und Thomas Schad die Kupplungen von der Pumpe zu schrauben um auch diese sandstrahlen zu können. Mit Schweißperlen auf der Stirn und schwerem Gerät konnten diese zur weiteren Bearbeitung abgenommen werden.

Da die Gruppe sehr klein war konnten dieses Mal keine Weltbewegenden Dinge vollbracht werden.

Während Karl Grathwohl die Kupplungen von Rost und alten Rückständen säuberte, Waren Alexander Paukisch und Thomas Schad wieder mit der Reinigung der TS beschäftigt.

Es galt zudem an der Ansaugöffnung Vertiefungen auszukratzen, sodass ein Sieb, das das Pumpenrad vor Steinen schützt, mitsamt Sprengring wieder normgerecht eingesetzt werden konnte.

Diese Tätigkeiten füllten den gesamten Abend aus.

 

 

Mittwoch 31.05.06

Restaurateure: Alexander Paukisch, Thomas Schad

Auch dieses Mal wurde mit dem entfernen von Schmutz und Fett begonnen.
Die großen Flächen konnten relativ zügig davon befreit werden, jedoch bereiteten die meist schwer zugänglichen Ecken und Kannten Probleme. Als jedoch Aceton und Wasserfarbpinsel beschafft wurden, musste auch der hartnäckigste Dreck weichen.

Zum Schluss wurde noch zusammengetragen, was beim nächsten Arbeitseinsatz benötigt wird.

 

 

 

Samstag 24.06.2006

Restaurateure: Karl Gratwohl, Alexander Paukisch, Thomas Schad, Gotthard Stengele

Endlich ist es soweit: Nach erfolgtem Abkleben aller Teile, die keine Farbe abbekommen sollten, konnte mit dem ersten Anstrich begonnen werden.

Zuerst wurden die wichtigsten Teile und der komplette Tank mit einer speziellen Grundierfarbe bepinselt, damit der Endanstrich mit RAL 3000 (Feuerwehrrot) einen optimalen Untergrund hat.
Außerdem wurde der Auspuff mit einem matten, hitzebeständigen Lack versehen.


Da die Grundierung bei den warmen Außentemperaturen relativ schnell trocknete, konnten wir kurze Zeit später auch schon die erste Schicht roter Farbe auftragen. Dies nahm jedoch mehr Zeit in Anspruch, als zunächst angenommen, da selbst die kleinsten Ecken erreicht werden mussten.


Montag 26.06.2006

Restaurateure: Alexander Paukisch, Thomas Schad

Nach einer kurzen Arbeitsbesprechung wurde von Thomas Schad ein zweiter Anstrich vorgenommen, während Alexander Paukisch einige Teile säuberte, die aus Unachtsamkeit Farbe abbekommen hatten.
Diese Arbeit füllte den ganzen Abend aus.

Dienstag 27.06.2006

Restaurateure: Karl Gratwohl, Alexander Paukisch, Thomas Schad

Die Zeit drängte, denn bis zur Einweihung des Magazins gab es (auch dort) noch viel zu tun.

An diesem Abend wurde alles Abklebematerial entfernt, um auch die schwarzen Teile der TS anmalen zu können. Somit bekamen auch alle „Bedieneinheiten“ ihre Farbe.
Parallel dazu wurde der Pinsel mit Roter Farbe nochmals angesetzt um noch Kleinigkeiten auszubessern.



Auch der Auspuff wurde noch einmal überlackiert.



Zum Schluss bekam der Tank noch sein Magirus-Logo zurück, welches wir direkt bei Iveco-Magirus per E-Mail angefordert hatten.
Nun hieß es warten, bis die Farbe trocken ist, damit alles wieder Montiert werden kann.

Somit klang auch dieser Abend in gemütlicher Runde aus.


Samstag 01.07.2006

Restaurateure: Karl Gratwohl, Alexander Paukisch, Thomas Schad, Gotthard Stengele

Endlich, der lange ersehnte Tag der Endmontage ist gekommen.
Der Tank wurde mit einem neuen Kühlwasserschlauch versehen, und anschließend auf die Pumpe aufgesetzt. Die entsprechenden Metallbänder zu Befestigung wurden angebracht, und auch der Auspuff wurde montiert.

Es erfolgte die Montage des Anwurfhebels und dessen Gummistopper.
Zu guter Letzt konnte der Tragrohrrahmen angeschraubt werden.

Somit ist die Restaurierung der Pumpe nach über 60 geleisteten Arbeitsstunden abgeschlossen.
Begutachtet wenden kann sie ab sofort im Eingangsbereich des neuen Feuerwehrmagazins.


© by Thomas Schad